Videoporträt: Nairudin, jetzt Fahrradmechaniker

Videolink. https://youtu.be/c9JeRem2H9Q

Als Nairudin im Herbst zu uns kam, sagte er empört: „Warum hat mir vorher keiner von euch erzählt? Ich bin seit sechs Jahren in Deutschland und saß die ganze Zeit zuhause, mir ist die Decke auf den Kopf gefallen!“. Nairudin kam allein aus Dagestan und sprach kein Wort Deutsch. Den ersten Deutschkurs schaffte er nicht, aus gesundheitlichen Gründen, aber auch, weil er in seinem Alter mit dem schnellen Tempo nicht mithalten konnte. Einen weiteren Deutschkurs durfte er nicht besuchen, entschied das BAMF. Und für eine Arbeit oder eine Ausbildung braucht man mindestens ein Deutschniveau auf dem Level von B1. Dann kam noch die Nachricht, dass ihm eine Abschiebung droht, er war verzweifelt. Was sollte er tun? Er möchte sehr gerne als Automechatroniker arbeiten, so wie zu Hause.

Für ihn ist das Ehrenamt bei der sozialen Fahrradwerkstatt von Garage10 e.V. ein erster Schritt in mehrere Richtungen: Er hat in der Praxis weiter Deutsch gelernt. Er hat nette Menschen kennengelernt. Er hat Fahrräder reparieren gelernt. Er hat eine Aufgabe, für die er 3x die Woche aus dem Haus geht und fühlt sich gebraucht. Er hat eine Ehrenamtsbescheinigung bekommen, die er der Härtefallkommission zeigen konnte. Und das Wichtigste: Er hat Mut gefaßt und kämpft wieder: Mit Unterstützung von Mamiz und seiner Partnerorganisation Xenion e.V. arbeitet er daran, die B1 Deutsch-Prüfung zu schaffen, Arbeit zu finden und eine Aufenthaltserlaubnis zu erhalten. Hat vielleicht jemand einen Job für ihn?